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Die hier eingestellten Texte dienen der Aufklärung, ihr dürft sie gerne teilen. Entweder mittels Link zur Homepage, mittels Link zu meiner Facebookseite oder aber ihr setzt zumindest meinen Namen und somit die Quelle darunter. In diesen Texten steckt sehr viel Wissen, Recherche und viel Arbeit, daher wünsche ich mir, dass der Text nicht ohne Quellenangabe kopiert wird.

Viel Spaß beim Lesen

 

 

 

 

 

Fütterung von Katzen – WIE soll ich füttern?

Zu Beginn erst ein kleiner FAKTENCHECK:

1.) Katzen sind Einzeljäger und lassen sich gerne viel Zeit, um ihre Beute in aller Ruhe zerkleinern und fressen zu können.

2.) Die natürlichen Beutetiere von Katzen sind relativ klein. Auch aus diesem Grund teilen sie ihre Beute nicht mit Artgenossen.

3.) Katzen fangen täglich mehrere einzelne Mäuse (und manchmal auch Ratten, Vögel und Insekten). Üblich sind zehn bis zwölf Stück Beutetiere pro Tag und Katze.

4.) Katzen sind auf Grund ihrer Herkunft nicht nur Beutegreifer, sondern auch potenzielle Beute. Das Fressen am Boden versuchen Katzen daher eher zu vermeiden, da sie sich so in freier Wildbahn angreifbarer machen würden.

5.) Katzen haben Schnurrhaare, welche unangenehm berührt werden wenn die Futterschüssel zu tief ist.

6.) Plastik- und Metallnäpfe erhöhen das Risiko für Kinnakne.

7.) Katzen haben einen Flüssigkeitsbedarf von etwa 50 ml pro Kilogramm Körpergewicht. Dieser ist abhängig von Aktivität, Gesundheitszustand, Temperatur und anderen inneren und äußeren Einflüssen.

8.) Katzen trinken nicht gerne dort, wo sie fressen, denn das Wasser könnte beim Verzehren der Beute von dieser verunreinigt werden. Deswegen werden Trinkplätze bevorzugt, die fernab der Fressstelle liegen.

9.) Quellen und fließende Gewässer werden stehendem Gewässer bevorzugt. Aus diesem Grund trinken manche Katzen lieber aus dem Wasserhahn, der Toilette oder der Badewanne als aus ihrem Wassernapf.
Aufgrund der vorliegenden Fakten ergeben sich folgende Konsequenzen, welche in chronologischer Reihenfolge erklärt werden:

1.) Der Fressplatz sollte an einem ruhigen, während der Fütterung kaum oder nicht frequentierten Ort sein. Störungen durch Kinder, Hunde und vor allem Artgenossen sind zu vermeiden.

2.) Um ein stressfreies Fressen zu ermöglichen, sollte jede Katze ihre eigene Futterschüssel haben, welche mit ausreichend Abstand (im Idealfall in unterschiedlichen Räumen) zu den Futterschüsseln anderer im Haushalt lebender Katzen platziert wird.

3.) Gefüttert werden sollte 4 bis 5 mal täglich beziehungsweise alle 5 bis 7 Stunden. Damit kommen Katzen am besten zurecht; die zu verdauende Portion ist nicht zu groß und die Intervalle ohne Futter nicht zu lang. Meist sind 4 bis 5 Fütterungen pro Tag schwer vereinbar mit dem Leben eines berufstätigen Katzenhalters. Eine Möglichkeit stellt die Fütterung morgens nach dem Aufstehen, vor Verlassen des Hauses, nach der Arbeit und vor dem Schlafen gehen dar. Somit ist man bei vier Fütterungen täglich. Als Alternative dazu gibt es programmierbare Futterspender, welche eine Fütterung während der Abwesenheit des Besitzers möglich machen.

Bei Katzen unter einem Jahr empfiehlt es sich, ad libitum zu füttern. Dies bedeutet, dass die Katzen immer Zugang zu Futter haben sollten und in der von ihnen erwünschten Menge. Der Vorteil dieser Fütterung liegt darin, dass sie ein Sättigungsgefühl entwickeln, weniger Stress bei der Fütterung entsteht und die Katzen nicht unter Hunger leiden. Speziell Kitten haben wachstumsbedingt teils täglich unterschiedlichen mengenmäßigen Bedarf an Futter.

4.) Der Fressplatz sollte erhöht sein.

5.) Es empfiehlt sich, flache Teller zu verwenden, bei denen die Vibrissen der Katze nicht an den Rand stoßen.

6.) Glas- und Keramikteller vermindern das Risiko einer Kinnakne.

7.) Katzen die artgerecht ernährt werden, decken den Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs über die Nahrungsaufnahme.

Eine gesunde Katze trinkt sehr wenig. Dennoch sollte sie natürlich immer Zugang zu frischem Wasser haben. Blumentopfuntersetzer und flache Teller werden gerne angenommen. Katzen haben Schwierigkeiten Wasseroberflächen zu erkennen, somit sind tiefe Schüsseln oftmals eher unbeliebt. Dabei sollte man die Präferenzen seiner Katze austesten und daran orientiert die Wasserschüsseln anbieten.

8.) Die Wasserschüssel sollte mindestens einen Meter von der Futterstelle entfernt stehen. Es empfiehlt sich, mehrere Trinkplätze in der Wohnung anzubieten.

9.) Die meisten Katzen bevorzugen frisches Wasser, weswegen dieses auch regelmäßig gewechselt werden sollte. Sehr beliebt sind Trinkbrunnen, diese müssen gut zu reinigen sein und stabil stehen. Das Angebot sollte sich immer an den Vorlieben der Katze orientieren. Manche Katzen trinken auch gerne aus dem fließenden Wasserhahn. Da man zu diesem Zwecke immer den Wasserhahn auf- und zudrehen muss, hat man den Vorteil, dass man das Trinkverhalten der Katze besser registriert und Änderungen in diesem schneller auffallen. Dennoch sollten auch andere Möglichkeiten zu Trinken gegeben sein, denn man ist als Mensch ja nicht 24/7 verfügbar um der Katze den Hahn aufzudrehen.

Zum Thema Milch für Katzen;

Milch stellt zwar eine Möglichkeit dar, Katzen zum Trinken zu animieren, doch die meisten Katzen sind laktoseintolerant und können von Kuh- und Ziegenmilch Bauchschmerzen, Magenkrämpfe bis hin zu Durchfall bekommen. Auch der vielfach gegebene Tipp, die Milch zu verdünnen, hilft in diesem Fall nicht. Ab und an kann man laktosefreie Milch oder spezielle Katzenmilch (Anmerkung: Inhaltsstoffe beachten) anbieten. Für eine gesunde Katze ist die Zugabe von Milch aber absolut nicht notwendig.

Da es für Katzen als ehemalige Steppenbewohner ohnehin normal ist, dass sie sehr wenig trinken, solange sie artgerecht ernährt werden, ist eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme ein Grund die Art der Fütterung sowie die Gesundheit der Katze (mittels geriatrischem Profil und Dentalröntgen) zu überprüfen.

 

 

 

 

 

Ich möchte zu guter Letzt noch erklären, warum mir die Frage nach dem wie so wichtig ist:

Im Zuge meiner Arbeit treffen ich auf viele unterschiedliche Tierhalter, und alle Tier-Menschen-Teams sind einzigartig. Ich bin der festen Überzeugung, dass niemand bewusst oder gar gewollt seinem Tier Stress zufügt. Es werden leider dennoch oft Fehler gemacht, und zwar schlicht und ergreifend aus Unwissenheit.

Leider sehe ich oft, dass Katzen völlig falsch gefüttert werden. Diese entwickeln so gut wie immer früher oder später einen enormen Stress, wenn eine Fütterung bevorsteht. Was sehr schade ist, denn eigentlich sollte jede Mahlzeit ein erfreuliches Highlight im Alltag der Katze darstellen und nicht das Gegenteil. Resultierend aus diesem Stress können sich Krankheiten und/oder Verhaltensauffälligkeiten entwickeln.

Vor allem Katzen, die zu selten und im Beisein von Artgenossen gefüttert werden, zeigen meist dieselbe Symptomatik: Sie werden sehr hektisch wenn sie merken, dass die nächste Fütterung bevorsteht, miauen oft laut und eindringlich und schlingen das Futter ohne viel Kauen hastig hinunter, sobald es vor ihnen steht.

Sollte deine Katze diese oder andere Anzeichen von Stress im Zusammenhang mit Futter zeigen, solltest du überlegen ob und wo Fehler in der Futterplatzbeschaffenheit passiert sein könnten.

Um euch die Dramatik dieser Problematik etwas zu verdeutlichen, ein persönlicher Erfahrungsbericht einer Freundin von mir:

„Ich habe zwei Katzen, der Kater war bei der Übernahme 10 Jahre alt, kurz danach kam eine 7 Jahre alte Katze hinzu. Bei meinem Kater weiß ich, dass er immer Zugang zu Futter hatte und auch oft und regelmäßig selbst auf Jagd ging (und immer noch geht). Sein Fressverhalten ist ruhig, er frisst mehrmals täglich sehr kleine Portionen und hat keinerlei Problem damit, einmal die Futterschüssel leer vorzufinden.

Die Vorgeschichte meiner Katze konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen, aber an ihrem Fressverhalten erkennt man eindeutig, dass etwas falsch gemacht wurde: Sie schlingt ihr Futter immer sehr schnell hinunter und hat überhaupt keine Ruhe. Sie frisst deutlich seltener als der Kater, dafür aber dann immer sehr große Portionen. Teilweise frisst sie derartig große Mengen, dass ihr danach schlecht ist. Sollte die Futterschüssel einmal leer sein, miaut sie so lange und eindringlich, bis etwas in der Schüssel ist.

Ich füttere zwischen 5 und 8 mal am Tag, dennoch zeigt Pia noch immer dieses Verhalten wenn es ums Fressen geht; wenn auch weitaus weniger intensiv als zu Beginn.

Mir tut es jedes Mal weh, zu sehen, dass sie am Fressen eigentlich keinen richtigen Genuss findet. Ich hoffe sehr stark, dass sie sich eines Tages fröhlich und gelassen auf ihr Futter freuen kann.“

© Daniela Ranftler; Pawsitive Pet Training

Fütterung von Katzen – WAS soll ich füttern?

In diesem Artikel möchte ich mich dem sehr emotional besetzten und vielleicht sogar umstrittensten Thema in der Katzenhaltung zuwenden – der Fütterung. Da ich der Meinung bin, dass eine gesunde Ernährung die Basis für das Wohlbefinden jedes Lebewesens ist, aber gerade bei Fütterung von Katzen sehr viele Fehler gemacht werden habe ich beschlossen ausführlich zu diesem Thema zu berichten – Achtung das wird jetzt lang.

Zu Beginn möchte ich aus einem Blogbeitrag von Dr. Ralph Rückert zitieren: „Im Gegensatz zum Hund, den wir inzwischen als funktionellen Allesfresser mit großer Fleischvorliebe bezeichnen können, ist die Katze ganz klar und ohne jeden Zweifel ein strikter Fleischfresser. Dazu kommt eine hochgradige Beute-Spezialisierung auf Kleinsäuger und – in viel geringerem Maß – Vögel, Reptilien und Insekten.

Dementsprechend sind die Anforderungen der Hauskatzen an ihre Nahrung im Gegensatz zum Hund hochgradig inflexibel. In anderen Worten: Katzen haben null Toleranz für irgendwelche Abweichungen, und sei es auch nur kurzfristig.“

(Quelle: http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php…)

Um zu verstehen welche Ansprüche eine Katze an ihr Futter hat erst mal ein ausführlicher FAKTENCHECK:

– Katzen sind ehemalige Steppenbewohner und Beutegreifer, sie zählen zu den echten Carnivoren (reine Fleischfresser).

– Als reiner Fleischfresser weist die Katze einige Stoffwechselbesonderheiten auf die zur Folge haben, dass Proteine tierischen(!) Ursprungs lebensnotwendig sind für ihre Ernährung. Proteine pflanzlichen Ursprungs hingegen können sie nur sehr bedingt verwerten; folglich sind sie darauf nicht angewiesen.

– Die ursprünglichen Lebensräume der Katze (Steppen) waren Gebiete die von Wasserknappheit geprägt waren. Daran haben sich die Vorfahren unserer Hauskatze angepasst und begonnen, einen großen Teil des Wasserbedarfs über ihre Beute aufzunehmen. Eine Maus besteht zu 65% aus Wasser, ein Vogel zu 70 bis 75%.

– Katzen sind Einzeljäger und haben dadurch ausreichend Zeit ihre Nahrung sorgfältig zu zerkleinern. Durch die Beschaffenheit der Speiseröhre der Katze (welche einige Engstellen aufweist) ist dies auch sinnvoll und notwendig. Manche Raubtiere wie zum Beispiel Wölfe jagen im Familienverband, die dabei erlegte Beute muss schnell geschluckt werden da alle Familienmitglieder zur gleichen Zeit fressen. Deswegen stellt es für diese Raubtiere im Gegensatz zur Katze kein Problem dar, größere Stücke im Ganzen zu schlucken. Folglich besteht die natürliche Beute von Katzen aus kleinen Säugetieren; etwa 70% der natürlichen Nahrung besteht aus Kleinnagern.

– Die Maus, das typische Beutetier der Katze, besteht in der Trockensubstanz aus 48% Protein, 47% Fett und 5% Sonstiges (Kalzium, Phosphor, Taurin, Vitamin A et cetera). Sie setzt sich zusammen aus Muskelfleisch, Fett, Knochen, Innereien, Knorpel, Bindegewebe und Fell.

→ Muskelfleisch liefert Protein welches für sämtliche Körperfunktionen benötigt wird (Körperaufbau, Atmung, Zellheilung und vieles mehr).

→ Die Katze ist ein fettliebender Carnivor und kann hohe Fettmengen gut verwerten. Fett steigert auch die Futterakzeptanz, in der Praxis hat sich gezeigt dass tierische Fette stark bevorzugt werden. Fett liefert die täglich benötigte Energie.

→ Knochen und Knorpel liefern Kalzium, das Herz ist der Hauptlieferant von Taurin, Innereien sind Vitaminlieferanten. Das Fell, die Krallen und der Mageninhalt, sofern er gefressen wird, dienen als Ballaststoffe. Der Verdauungstrakt wird für gewöhnlich nicht gefressen.

– Das Beutetier der Katze enthält immer Protein, Taurin und Vitamin A in großen Mengen.

→ Taurin kommt in der Pflanzenwelt nicht vor, ist jedoch essentiell für Katzen. Es wird durch erhitzen zerstört, in Folge dessen muss es bei Fertigfutter immer künstlich hinzugefügt werden. Die empfohlene tägliche Taurinmenge in Katzenfutter liegt bei 200-500mg Trockensubstanz, ich empfehle sich am höheren Wert zu orientieren. Da Taurin wasserlöslich ist, kann es nur schwer überdosiert werden und kann somit bedenkenlos immer wieder zusätzlich über das Futter gegeben werden. Die Maus ist das taurinhaltigste Beutetier der Katze und enthält zwischen 140 bis 270 mg dieses Stoffes pro 100 Gramm Körpergewicht.

→ Vitamin A kommt in Pflanzen nicht vor, jedoch dessen Vorstufe, das Provitamin Beta-Karotin welches durch das Enzym Beta-Carotin-Dioxygenase in Retinol gespalten wird. Dieses Enzym besitzen Menschen und die meisten anderen Säugetiere, jedoch kommt es im Darm der Katze nicht vor. Dadurch ist die Katze von Vitamin A aus tierischen Quellen abhängig.

– Der Kohlenhydratanteil in der natürlichen Nahrung von Katzen beträgt etwa 1–2 %. Kohlenhydrate tragen kaum zur Energiegewinnung bei. Für die Gluconeogenese brauchen Katzen keine Kohlenhydrate, im Gegenteil. Viele industriell gefertigten Katzenfutter beinhalten (zu viele) Kohlenhydrate in Form von (Pseudo)Getreide oder Gemüse. Da der kätzische Organismus nicht darauf ausgelegt ist pflanzliche Bestandteile zu verwerten belasten diese Inhaltsstoffe die Bauchspeicheldrüse sowie die Nieren und begünstigen auch die Bildung von Harnsteinen. Kohlenhydrate sind demnach nicht nur unnötig, sondern können sogar schädlich sein. 5-10% pflanzlicher Inhaltsstoffe in Dosenfutter ist akzeptabel und dient als Ballaststoff.

Für die Gluconeogenese brauchen Katzen jedoch Aminosäuren, wodurch der Proteinbedarf höher ist als bei anderen Haustieren.

– Weiters brauchen Katzen Arginin welches sie durch die Nahrung aufnehmen müssen. Viele andere Tierarten können Arginin aus dem Harnstoffzyklus beziehen. Ein Argininmangel bewirkt eine Ammoniakvergiftung, die ersten Symptome können bereits wenige Stunden nach Aufnahme einer Arginin-freien Diät auftreten. Arginin kommt in hohen Mengen in Fleisch vor, aber auch in pflanzlichen Produkten. Jedoch sind Katzen kaum in der Lage, Arginin aus Pflanzen zu synthetisieren. Auch der Bedarf an Methionin und Cystin ist im Vergleich zu anderen Carnivoren sehr hoch bei der Katze; diese Aminosäuren kommen in hohen Mengen in Fleisch und Fisch vor.

Nun, da wir einige Fakten gesammelt haben, wenden wir uns der nächsten Frage zu:

 

WAS BEDEUTET DAS FÜR DIE FÜTTERUNG MEINER KATZE?

Ich fasse noch einmal kurz die allerwichtigsten Merkmale zusammen: Die artgerechte Ernährung von Katzen besteht ausschließlich aus tierischen Bestandteilen und enthält von Haus aus viel Flüssigkeit. Die Zusammensetzung sollte dem natürlichen Beutetier (der Maus) möglichst ähnlich sein.

Behalten wir diese Informationen im Hinterkopf und vergleichen die unterschiedlichen Futtermittel systematisch. Ich habe zwei Nassfutterprodukte, zwei Trockenfutterprodukte und eine Maus miteinander verglichen. Die Angaben hinsichtlich der analytischen Bestandteile und Zusammensetzung wurden vom Hersteller übernommen. Die Zutaten müssen laut Gesetzgeber in der Reihenfolge gelistet sein in der sie mengenmäßig vorhanden sind, das heißt die Zutat von der am meisten vorhanden ist steht an erster Stelle, die von der am zweitmeisten drin ist steht an zweiter Stelle usw…

 

Zusammensetzung:

Maus

65% Feuchtigkeit

48% Protein in Trockenmasse

47% Fettgehalt in Trockenmasse

5% Vitamine und Mineralstoffe in Trockenmasse (= Rohasche/Anorganische Masse)

Zusammensetzung: Muskelfleisch, Fett, Knochen, Innereien, Knorpel, Bindegewebe und Fell

 

Nassfutter #1

80% Feuchtigkeit

54% Protein in Trockenmasse

32,5% Fettgehalt in Trockenmasse

9% Rohasche in Trockenmasse

1,5% Rohfaser in Trockenmasse

Zusammensetzung: Kalb** 70% (bestehend aus Muskelfleisch, Herz, Leber, Lunge und Niere), Trinkwasser 26,6%, Aprikosen 1%, Ananas 1%, Mineralstoffe 1%, Leinöl 0,15%, Meersalz 0,15%, Seealge 0,1%

**Anteile Kalb: Muskelfleisch & Herz zusammen circa 50% (davon 2/3 Fleisch und 1/3 Herz), Innereien zusammen circa 50% (je 1/3 Leber, Lunge und Niere)

 

Nassfutter #2

81% Feuchtigkeit

47,3% Protein in Trockenmasse

20% Fettgehalt in Trockenmasse

10% Rohasche in Trockenmasse

2,25% Rohfaser in Trockenmasse

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 4% Rind), Getreide, pflanzliche Eiweißextrakte, Mineralstoffe, Zucker.

 

Trockenfutter #1

8% Feuchtigkeit*

34,7% Protein in Trockenmasse

17,3% Fettgehalt in Trockenmasse

6,5% Rohasche in Trockenmasse

4,3% Rohfaser in Trockenmasse

Zusammensetzung: Rindergrieben 18 %, Geflügelfleisch 18 % (getrocknet und fein vermahlen), Kartoffelflocken (aufgeschlossen), Kartoffelstärke (fein vermahlen), Geflügelfett, Garnelen 8,5 %, Granatapfelkerne 4 %, Cellulosepulver, Lachsöl 2 %, Mineralstoffe, Luzerne 0,5 % (Katzengras), Katzenminzeblätter 0,4 % (fein vermahlen), FOS (Fructooligosaccharide), Yucca schidigera

 

Trockenfutter #2

8% Feuchtigkeit*

32,6% Protein in Trockenmasse

10,8% Fettgehalt in Trockenmasse

8,15% Rohasche in Trockenmasse

2,17% Rohfaser in Trockenmasse

Zusammensetzung: Getreide, Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (10%**, mit mindestens 4% Rind in den roten und braunen steakförmigen Kroketten und mit mind. 4% Huhn in den roten, braunen und hellbraunen Kroketten), pflanzliche Eiweißextrakte, Öle und Fette, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe, Hefe, Gemüse (grüne und orangene Kroketten: 0,13% getrocknetes Gemüse entspricht 1% Gemüse).

**entspricht 20% rehydriertem Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen

 

Wir wissen bereits dass das natürliche Beutetier der Katze sehr hohe Anteile an Flüssigkeit, Proteinen und Fetten beinhaltet. Man kann also annehmen dass diese Bestandteile besonders wichtig für eine Katze sind. Vergleichen wir diese miteinander (wobei wir wieder davon ausgehen dass eine Maus das Optimum darstellt) hinsichtlich…

… des Feuchtigkeitsgehalts:

Bevor wir das aber tun machen wir kurz einen Exkurs und schauen uns an wie viel Flüssigkeitsbedarf eine Katze überhaupt hat:

Gehen wir von einer gesunden(!) ausgewachsenen Katze aus, hat diese einen Flüssigkeitsbedarf von 50ml pro kg Körpergewicht. Nimmt man an dass unsere Katze 4 kg hat, hat sie also einen täglichen Flüssigkeitsbedarf von 200 ml gesamt.

Im folgenden haben wir aufgelistet wie viel Flüssigkeit eine Katze über verschiedene Futterarten aufnimmt:

 

Futterart: Maus

Gewicht in Gramm: 120

Wasseranteil in Prozent: 65

Ergibt Flüssigkeitsaufnahme über Futter in ml: 78

 

Futterart: Vogel

Gewicht in Gramm: 120

Wasseranteil in Prozent: 70

Ergibt Flüssigkeitsaufnahme über Futter in ml: 84

 

Futterart: Nassfutter

Gewicht in Gramm: 200

Wasseranteil in Prozent: 80

Ergibt Flüssigkeitsaufnahme über Futter in ml: 160

 

Futterart: Trockenfutter

Gewicht in Gramm: 60

Wasseranteil in Prozent: 8

Ergibt Flüssigkeitsaufnahme über Futter in ml: 4,8

 

Untersuchungen haben gezeigt dass Katzen das 2,5-fache der verzehrten Trockensubstanz trinken. Eine Katze die ausschließlich mit Trockenfutter gefüttert wird frisst in etwa 60 Gramm pro Tag. Diese 60 g Trockenfutter beinhalten 55,2 g Trockensubstanz. Die 2,5-fache Menge davon entspricht 138 ml Wasser welche die Katze trinkt. Rechnet man noch die 4,8 ml Flüssigkeit dazu die sie über die Nahrung selbst aufnimmt kommt man auf 142,8 ml Flüssigkeitsaufnahme. Ergo fehlen ihr 57,2 ml Flüssigkeit; das ist mehr als ein Viertel ihres täglichen Bedarfs!

Dies führt zu einer chronischen Unterversorgung von Flüssigkeit, die Langzeitfolgen sind Nierenschäden, welche nicht von ungefähr die zweithäufigste Todesursache bei Katzen über fünf Jahren darstellen.

Nun aber wieder zurück zu unserem Vergleich:

Maus

65% Feuchtigkeit

 

Nassfutter #1

80% Feuchtigkeit

 

Nassfutter #2

81% Feuchtigkeit

 

Trockenfutter #1

8% Feuchtigkeit*

 

Trockenfutter #2

8% Feuchtigkeit*

 

Fazit: In den Feuchtfuttermitteln ist ausreichend Flüssigkeit vorhanden. In den Trockenfuttermitteln jedoch ist logischerweise viel zu wenig Feuchtigkeit enthalten. Dies ist besonders kritisch zu betrachten da wir ja bereits wissen dass Katzen aufgrund ihrer Herkunft ihren Flüssigkeitsbedarf zum Großteil über ihre Nahrung decken sollten und auch wenn ihnen Wasser angeboten wird sie es schlicht und ergreifend nicht schaffen genug zu trinken.

 

… des Proteingehalts:

Maus

48% Protein

 

Nassfutter #1

54% Protein

 

Nassfutter #2

47,3% Protein

 

Trockenfutter #1

34,7% Protein

 

Trockenfutter #2

32,6% Protein

 

Fazit: Nur die Nassfutter kommen an den Bedarf von beinahe 50% Protein heran. Bezüglich der Proteine möchten wir der Vollständigkeit halber darauf hinweisen dass hier auch pflanzliche Proteine inkludiert sind. Wirft man einen Blick auf die Zusammensetzungen wird klar dass bei Nassfutter #2 und Trockenfutter #2 ein großer Anteil dieser Proteine nicht tierischen Ursprungs sind. Wir wissen aber dass Katzen Stoffwechselbesonderheiten aufweisen die es erforderlich machen dass die Proteinquellen tierischen Ursprungs sind. Grundsätzlich kann eine Katze pflanzliches Protein kaum verwerten; folglich ist es für sie wertlos und kann sogar schädlich sein. Das pflanzliche Protein in industriellen Futtermitteln jedoch wird mittels erhitzen leichter verwertbar gemacht. Somit können zwar einige Nährstoffe daraus bezogen werden, jedoch besteht weiterhin eine erhöhte Belastung der Bauchspeicheldrüse und der Nieren. Pankreatitis und Diabetes können die Folge einer überlasteten BSD sein.

 

… des Fettgehalts:

Maus

47% Fettgehalt

 

Nassfutter #1

32,5% Fettgehalt

 

Nassfutter #2

20% Fettgehalt

 

Trockenfutter #1

17,3% Fettgehalt

 

Trockenfutter #2

10,8% Fettgehalt

 

Fazit: Keines der industriell gefertigten Futtermittel liefert der Katze ausreichend Fett. Dies braucht sie jedoch um ihren Energiebedarf zu decken. Der mangelnde Fettgehalt wird in industriell gefertigten Fertigfuttern oft durch Kohlenhydrate pflanzlichen Ursprungs kompensiert; diese liefern Energie und somit die benötigten Kalorien. Wie bereits erwähnt beanspruchen pflanzliche Stoffe den Verdauungstrakt der Katze sehr stark.

* Um Missverständnissen vorzubeugen: Es gab bei den beiden Trockenfuttersorten keine Angaben der Hersteller über den Feuchtigkeitsgehalt da dieser erst ab 14% angegeben werden muss. Industriell gefertigtes Trockenfutter hat produktionsbedingt einen Restfeuchtigkeitsgehalt von 5-8%. Ich bin in meinen Beispielen von 8% Feuchtigkeitsgehalt ausgegangen.

 

MEINE FÜTTERUNGSEMPFEHLUNG:

Ich spreche mich ganz klar gegen die Fütterung von Trockenfutter aus, egal wie hochwertig dieses auch sein mag. Ich vertrete diese Ansicht da sich der extrem niedrige Flüssigkeitsgehalt unter anderem äußerst schädigend auf die Nieren auswirkt. Niereninsuffizienz zählt zur zweithäufigsten Todesursache bei Katzen über 5 Jahren. Zwischen der Fütterung von Trockenfutter und Nierenerkrankungen besteht ein kausaler Zusammenhang. Und selbst wenn man über diese Tatsache hinwegsehen mag besteht noch immer das Problem, dass (momentan) kein Trockenfutter auf dem Markt ausreichend tierische Proteine und hochwertige Fette beinhaltet.

Wer mich kennt weiß, dass in meine Katzen trotzdem ab und an Trockenfutter kommt und zwar beim Tricktraining und der Beschäftigung mittels Futterspielen. Dies hat den Grund, dass handelsübliche Leckerli und auch Trockenfleisch nur eine einseitige Nährstoffversorgung bieten, Trockenfutter beinhaltet zumindest alle Nährstoffe die in die Katzen sollen nur eben synthetisch hergestellt.
Dabei gebe ich jedoch nur kleine Mengen und nicht täglich, die Menge ist so gering, dass meine Katzen sie gut mittels trinken ausgleichen können.

Zu guter Letzt mein Appell an euch:

Da ich beruflich bedingt mit unterschiedlichsten Tierhaltern zusammen treffe, sehe ich natürlich auch alle Arten der Fütterung. Ich verstehe mich allerdings keineswegs als Anti-Trockenfutter-Fraktion. Werde ich um meine Einschätzung gebeten gebe ich eine fachlich korrekte und ehrliche Antwort. Diese lautet leider nun mal, dass Trockenfutter in einer artgerechten Ernährung nichts zu suchen hat, auch wenn dies einige unter den Lesenden sicher etwas betroffen macht dies zu lesen. Ich weiß aber, dass niemand mit Absicht seinem geliebten Haustier minderwertiges Futter gibt – immerhin wird uns von der Werbung und der Futtermittelindustrie schon seit Jahrzehnten so einiges vorgegaukelt.

Bitte vergesst nicht: Ich klagen hier niemanden an. Ich kläre auf.

 

Solltest du überlegen zukünftig auf Trockenfutter zu verzichten freut uns das sehr – und noch mehr wird sich die langfristige Gesundheit deiner Katzen daran erfreuen. Vielleicht werden deine Katzen nicht ganz so begeistert davon sein, lies doch den Artikel zum Thema Fütterungsumstellung durch, um deine Katzen besser auf die neue Fütterung vorzubereiten.

 

© Daniela Ranftler; Pawsitive Pet Training

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