Pettraining.at - PAWSITIVE PET TRAINING | Fütterung von Katzen – WIE soll ich füttern?
17207
post-template-default,single,single-post,postid-17207,single-format-standard,cookies-not-set,woocommerce-no-js,ajax_fade,page_not_loaded,,columns-4,qode-child-theme-ver-1.0.0,qode-theme-ver-11.1,qode-theme-bridge,wpb-js-composer js-comp-ver-4.11.2.1,vc_responsive

Fütterung von Katzen – WIE soll ich füttern?

Fütterung von Katzen – WIE soll ich füttern?

Nachdem wir uns in unserem letzten Artikel mit der Frage beschäftigt haben WAS man seinen Katzen am besten füttert, gehen wir heute der Frage nach WIE man am besten füttert 

Wie immer zu Beginn erst mal ein FAKTENCHECK:

1.) Katzen sind Einzeljäger und lassen sich gerne viel Zeit um ihre Beute in aller Ruhe zerkleinern und fressen zu können.

2.) Die natürlichen Beutetiere von Katzen sind relativ klein. Auch aus diesem Grund teilen sie ihre Beute nicht mit Artgenossen.

3.) Katzen fangen täglich mehrere einzelne Mäuse (und manchmal auch Ratten, Vögel und Insekten). Üblich sind zehn bis zwölf Stück Beutetiere pro Tag und Katze.

4.) Katzen sind auf Grund ihrer Herkunft nicht nur Beutegreifer sondern auch potenzielle Beute. Das Fressen am Boden versuchen Katzen daher eher zu vermeiden, da sie sich so in freier Wildbahn angreifbarer machen würden.

5.) Katzen haben Schnurrhaare welche unangenehm berührt werden wenn die Futterschüssel zu tief ist.

6.) Plastik- und Metallnäpfe erhöhen das Risiko einer Kinnakne.

7.) Katzen haben einen Flüssigkeitsbedarf von etwa 50 ml pro Kilogramm Körpergewicht. Dieser ist abhängig von Aktivität, Gesundheitszustand, Temperatur und anderen inneren und äußeren Einflüssen.

8.) Katzen trinken nicht gerne dort wo sie fressen, denn das Wasser könnte beim Verzehren der Beute von dieser verunreinigt werden. Deswegen werden Trinkplätze bevorzugt die fernab der Fressstelle liegen.

9.) Quellen und fließende Gewässer werden stehendem Gewässer bevorzugt. Aus diesem Grund trinken manche Katzen lieber aus dem Wasserhahn, der Toilette oder der Badewanne als aus ihrem Wassernapf.

Nun da wir einige Fakten gesammelt haben wenden wir uns der Frage zu was das für uns bzw. unsere Katzen bedeutet (Abarbeitung in chronologischer Reihenfolge):

1.) Der Fressplatz sollte an einem ruhigen, während der Fütterung kaum oder nicht frequentierten Ort sein. Störungen durch Kinder, Hunde und vor allem Artgenossen sollten vermieden werden.

2.) Um ein stressfreies Fressen zu ermöglichen sollte jede Katze ihre eigene Futterschüssel haben, welche mit ausreichend Abstand (im Idealfall in unterschiedlichen Räumen) zu den Futterschüsseln anderer im Haushalt lebender Katzen platziert wird.

3.) Gefüttert werden sollte 4 bis 5 mal täglich beziehungsweise alle 5 bis 7 Stunden. Damit kommen Katzen am besten zurecht; die zu verdauende Portion ist nicht zu groß und die Intervalle ohne Futter nicht zu lang. Meist sind 4 bis 5 Fütterungen pro Tag schwer vereinbar mit dem Leben eines berufstätigen Katzenhalters. Eine Möglichkeit stellt die Fütterung morgens nach dem Aufstehen, vor Verlassen des Hauses, nach der Arbeit und vor dem Schlafen gehen dar. Somit ist man bei vier Fütterungen täglich. Als Alternative dazu gibt es programmierbare Futterspender welche eine Fütterung während der Abwesenheit des Besitzers möglich machen.

Bei Katzen unter einem Jahr empfiehlt es sich ad libitum zu füttern. Dies bedeutet, dass sie immer Zugang zu Futter haben sollten. Der Vorteil dieser Fütterung liegt darin, dass sie ein Sättigungsgefühl entwickeln, weniger Stress bei der Fütterung entsteht und die Katzen nicht unter Hunger leiden. Speziell Kitten haben Wachstumsbedingt teils täglich unterschiedlichen mengenmäßigen Bedarf an Futter.

4.) Der Fressplatz sollte erhöht sein.

5.) Es empfiehlt sich flache Teller zu verwenden bei denen die Vibrissen der Katze nicht an den Rand stoßen.

6.) Glas- und Keramikteller vermindern das Risiko einer Kinnakne.

7.) Katzen die artgerecht ernährt werden decken den Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs über die Nahrungsaufnahme (Näheres dazu findet ihr in einem anderen Beitrag von uns, auf Facebook zu finden unter https://www.facebook.com/PPTraining/posts/623164804543301:0

Eine gesunde Katze trinkt sehr wenig. Dennoch sollte sie natürlich immer Zugang zu frischem Wasser haben. Blumentopfuntersetzer und flache Teller werden gerne angenommen.

8.) Die Wasserschüssel sollte mindestens einen Meter von der Futterstelle entfernt stehen. Es empfiehlt sich, mehrere Trinkplätze in der Wohnung anzubieten.

9.) Die meisten Katzen bevorzugen frisches Wasser, weswegen dieses auch regelmäßig gewechselt werden sollte. Sehr beliebt sind Trinkbrunnen, diese müssen gut zu reinigen sein und stabil stehen. Das Angebot sollte sich immer an den Vorlieben der Katze orientieren. Manche Katzen trinken auch gerne aus dem fließenden Wasserhahn. Da man zu diesem Zwecke immer den Wasserhahn auf- und zudrehen muss hat man den Vorteil dass man das Trinkverhalten der Katze besser registriert und Änderungen in diesem schneller auffallen. Dennoch sollten auch andere Möglichkeiten zu Trinken gegeben sein, denn man ist als Mensch ja nicht 24/7 verfügbar um der Katze den Hahn aufzudrehen 

Zum Thema Milch für Katzen;

Milch stellt zwar eine Möglichkeit dar um Katzen zum Trinken zu animieren, doch die meisten Katzen sind laktoseintolerant und können von Kuhmilch Bauchschmerzen, Magenkrämpfe bis hin zu Durchfall bekommen. Auch der vielfach gegebene Tipp die Milch zu verdünnen hilft in diesem Fall nicht. Ab und an kann man laktosefreie Milch, Ziegenmilch oder spezielle Katzenmilch (Anmerkung: Inhaltsstoffe beachten) anbieten. Für eine gesunde Katze ist dies aber absolut nicht notwendig.

Da es für Katzen als ehemalige Steppenbewohner ohnehin normal ist dass sie sehr wenig trinken solange sie artgerecht ernährt werden, ist eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme ein Grund die Art der Fütterung sowie die Gesundheit der Katze (mittels geriatrischem Profil und Dentalröntgen) zu überprüfen.

Wir möchten zu guter Letzt noch erklären warum uns die Frage nach dem wie so wichtig ist.
Im Zuge unserer Arbeit treffen wir auf viele unterschiedliche Tierhalter, und alle Tier-Menschen-Teams sind einzigartig. Wir sind der festen Überzeugung dass niemand bewusst oder gar gewollt seinem Tier Stress zufügt. Es werden leider dennoch oft Fehler gemacht, und zwar schlicht und ergreifend aus Unwissenheit.

Leider sehen wir oft dass Katzen völlig falsch gefüttert werden. Diese entwickeln so gut wie immer früher oder später einen enormen Stress wenn eine Fütterung bevorsteht. Das finden wir sehr schade, denn jede Mahlzeit sollte doch ein erfreuliches Highlight im Alltag der Katze darstellen und nicht das Gegenteil. Resultierend aus diesem Stress können sich Krankheiten und/oder Verhaltensauffälligkeiten entwickeln.

Vor allem Katzen die zu selten und im Beisein von Artgenossen gefüttert werden zeigen meist dieselbe Symptomatik: Sie werden sehr hektisch wenn sie merken dass die nächste Fütterung bevorsteht, miauen oft laut und eindringlich und schlingen das Futter ohne viel Kauen hastig hinunter sobald es vor ihnen steht.

Sollte deine Katze diese oder andere Anzeichen von Stress im Zusammenhang mit Futter zeigen solltest du überlegen ob und wo Fehler in der Futterplatzbeschaffenheit passiert sein könnten.

Um euch die Dramatik dieser Problematik etwas zu verdeutlichen ein persönlicher Erfahrungsbericht:
„Ich habe zwei Katzen, der Kater war bei der Übernahme 10 Jahre alt, kurz danach kam eine 7 Jahre alte Katze hinzu. Bei meinem Kater weiß ich dass er immer Zugang zu Futter hatte und auch oft und regelmäßig selbst auf Jagd ging (und immer noch geht). Sein Fressverhalten ist ruhig, er frisst mehrmals täglich sehr kleine Portionen und hat keinerlei Problem damit einmal die Futterschüssel leer vorzufinden.
Die Vorgeschichte meiner Katze konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen, aber an ihrem Fressverhalten erkennt man eindeutig dass etwas falsch gemacht wurde: Sie schlingt ihr Futter immer sehr schnell hinunter und hat überhaupt keine Ruhe. Sie frisst deutlich seltener als der Kater, dafür aber dann immer sehr große Portionen. Teilweise frisst sie derartig große Mengen dass ihr danach schlecht ist. Sollte die Futterschüssel einmal leer sein miaut sie so lange und eindringlich bis etwas in der Schüssel ist.
Ich füttere zwischen 5 und 8 mal am Tag, dennoch zeigt Pia noch immer dieses Verhalten wenn es ums Fressen geht; wenn auch weitaus weniger intensiv als zu Beginn.
Mir tut es jedes Mal weh zu sehen dass sie am Fressen eigentlich keinen richtigen Genuss findet. Ich hoffe sehr stark dass sie sich eines Tages fröhlich und gelassen auf ihr Futter freuen kann.“

In unserem nächsten Artikel beschäftigen wir uns mit dem Phänomen Futterprägung und gehen der Frage nach wie man Katzen erfolgreich von Trockenfutter auf hochwertiges Nassfutter bzw. Rohfütterung umstellt.

No Comments

Post A Comment